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Montag, 18. Juni 2012

Blutegeltherapie

Ich weiß, das Foto sieht nicht gerade schön aus! Jedoch möchte ich allen Mut machen, die Schmerzen an Gelenken haben, ob Entzündung oder Verschleiß, oder extreme Reaktionen auf Insektenstiche zeigen, oder oder. Das Ansetzen der kleinen schleimigen Tierchen ist nicht schlimm, auch spürt man das Saugen kaum bis gar nicht. Nach etwa einer Stunde ist dann auch alles vorbei- was mit den Egeln zu tun hat. Danach folgt leider noch eine juckende Phase! Auch die kann man schaffen, ohne Probleme. Bei mir durften sie nun wieder beißen, die kleinen Blutsauger!! Diesmal an der Schulter.
Das war am Freitag, die Aufnahme ist von heute, also 3 Tage später. Gejuckt hat es am Wochenende, da war auch die Schulter gut durchblutet und warm. Die Schmerzen sind noch nicht fort- ein Wunder passiert nicht- aber sie haben schon deutlich nachgelassen.


Ich berichte, wie es weiter geht.

Montag, 7. Mai 2012

"Revierfilzertreffen"

Wetter kann glücklich machen, Wetter kann melancholisch machen, Wetter ist unberechenbar, Wetter ist.....???


Am Samstag, dem 5.5., war es mit knapp 10°C und Dauerregen so ein unangenehmes Wetter, dass selbst meine Dackeldame am Morgen ganz schnell wieder nach Hause wollte. Aber ich hatte nun mal zum Treffen auf den Tuppenhof eingeladen, und da mussten wir nun durch.
Mit Frauke richtete ich ab 11 Uhr die Außenremise zum Filzen her. Eine Außenremise ist ein ehemaliger Unterstand für die Kutschen und andere Werkzeuge. Es war im Grunde also eine Außenveranstaltung mit Dach! Tapfer packten alle 24 FilzerInnen ihre Wolle aus und waren doch recht fröhlich bei der Sache. Unser Thema waren Heilkräuter. Ich hatte für kleine Kräutertütchen gesorgt, damit das Duftkissen, Duftschälchen und Co auch gleich einsatzbereit gemacht werden konnte. Frische Halme und Blüten aus dem großen Bauerngarten des Tuppenhofes wurden ebenfalls mit verarbeitet. Mit frischen Waffeln und einem großen Pott Kaffee/ Tee konnten wir dem sehr interessanten Vortrag meiner Freundin und Heilpraktikerin Gudrun Brinkmann über Löwenzahn, Brennessel und dem Gänse- Fingerkraut folgen. Wir trotzen also tapfer dem Wetter und behielten bis zum Schluss um 18 Uhr unsere gute Laune. Ich möchte mich hiermit nochmals für euer Kommen bedanken, ein besonderer Dank gilt Frauke, die schließlich schon sehr früh zum helfen gekommen ist.





Und zum Schluss noch für alle mein Rezept für das wirklich sehr leckere Löwenzahnblütengelee:

Ihr sammelt an einem trockenen! sonnigen Tag die Köpfe des aufgeblüten Löwenzahn. Bitte nicht an Hundepinkelstellen! Diese lege ich zunächst draussen an einer geschützen Stelle aus, damit alle Kleintierchen sich aus dem Staub machen. Dann kommen die Blüten in einen Topf und ihr giesst soviel Wasser auf, dass die Blüten leicht bedeckt sind. Nun alles aufkochen und mindestens 5 min kochen lassen. Abkühlen und über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag durch ein Sieb abgiessen, die Blüten ausdrücken. Nun füge ich den Saft einer halben Zitrone und Orange zu. Flüssigkeit abmessen und mit der entsprechenden Menge Gelierzucker (ich nehme 3:1) wie gehabt zu Gelee einkochen. ACHTUNG: alles aus Löwenzahn hält 1 Jahr! Ältere Gläser, bzw Deckel, werden durch eine bestimmte Substanz zerstört. Habe ich selbst erlebt und wird auch in allen Büchern beschrieben.
Nun schnell, denn bei mir ist die erste Blüte des Löwenzahns leider schon vorbei.

Montag, 5. März 2012

Legasthenie, Davis und ???

Habt ihr schon mal was von der Davis Therapie gehört? Das ist eine ganz besondere Therapie für legasthenisch begabte Kinder.
Eine Woche Intensivtraining liegt hinter uns. Mein Sohn mußte Übungen mit Kooshbällen machen, welche auch jetzt zum täglichen Programm gehören, er stand auf einem Rola Bola Brett, das ist ein Roll/ Balancebrett mit einer dicken Rolle unter dem Brett, und hat gelesen! Also ausbalancieren und gleichzeitig lesen. Und er musste kneten! Ein ganz besonderer Schwerpunkt in dieser Therapie ist es, bildlose Wörter mit Knete bildhaft darzustellen. Sogenannte Auslösewörter, Wörter ohne Bild, wie: der, die, das, unter, um, ich, du.... usw. werden erst im Duden nachgeschlagen, die Definition heraus geschrieben und besprochen und anschließend mit Knete in ein Bild gebracht. Mein Sohn hat dafür unglaublich viel Kreativität und die nötige Begeisterung! Diese "Arbeit" fällt ihm also ziemlich leicht. Ich hoffe, dass er das jeweilige Bild behält und dadurch die Wörter später im Text zuordnen kann! Also nicht mehr über sie stolpert, diese bildlosen Wörter ihn verunsichern.



Super eindrucksvoll war die Erarbeitung der Satzzeichen! Veit hat vorher ohne Punkt und Komma gelesen. Wenn er Texte geschrieben hat, dann waren auch dort Die Satzzeichen Mangelware. Nun hat er sie sich mittels der Knete erarbeitet und weiß nun, was die Stimme beim Vorlesen macht, wenn sie an ein Punkt, Ausrufe- oder Fragezeichen kommt. Beim Schreiben fehlt noch die Übung, aber auch da bin ich zuversichtlich.



Ronald D. Davis, der amerikanische Betroffene, der diese Lernstrategie entdeckt und verfasst hat, schreibt in seinem Buch "Legasthenie als Talentsignal": "Einen Satz zu lesen und ihn gleichzeitig nonverbal zu denken ruft legasthenische Symptome hervor. Das Bild von der Bedeutung eines Satzes entfaltet sich, während wir lesen. Die  Entwicklung des Bildes eines Satzes wird aber jedesmal unterbrochen, wenn ein unbekanntes oder ungenügend verstandenes Wort auftritt,.... " Je öfter der Legastheniker auf solche Wörter stößt, um so unklarer wird sein Bild vom Satz, vom Text. Die Konzentration steigt, da er sich sehr anstrengt, sich an diesen Leerstellen vorbeimogelt. Mit zunehmender Verwirrung, die ihn überwältigt, erreicht er seine Toleranzschwelle. Er wird desorientiert.
 Eine schöne Übung ist auch "das Bild am Satzzeichen". Man liest also einen Satz. Und davon macht man sich nun ein Bild, fotografiert das geschriebene, aber nicht mit Buchstaben. Nach Stunden kann der Bilddenkende, legathenische Kinder/ Erwachsene denken in Bildern, die Geschichte vor dem geistigen Auge abrufen und nacherzählen.

Und während der 6 Stunden Therapie habe ich mich mit Filzproben und Kleinigkeiten beschäftigt. Etwas Material musste einfach mit!
Ein Highlight unserer Woche war noch der Narrensprung in Rottweil! Der etwas andere, vielleicht ursprünglichste Karnevalsumzug! Ich bin ja nur zugezogener Rheinländer, deshalb kann ich mit ruhigem Gewissen sagen, es hat mir gut gefallen! Die historischen Masken, welche Larven genannt werden, sind schon sehr interessant. Die dazu gehörigen Kostüme haben mir aber noch viel besser gefallen! Es war ein schöner Spaß.






Und zwischendurch waren wir viel an der frischen Luft. Die Gegend ist etwas hügelig, und es war sehr, sehr kalt! Schnee gab es, aber nur noch Reste. Schön war es trotzdem!!








Und kaum zu Hause- bricht der Frühling aus! Zumindest in der Werkstatt. Diese Tischgläser, universell als Licht oder Vase zu benutzen, und die superzarten Stulpen gibt es am 25.3. in der Geschenke Werstatt zum Ostermarkt!



Samstag, 25. Juni 2011

Neuigkeiten aus der Wolle

Eine Bestellung kann doch eine wundervolle Aufgabe sein!

Bei mir um die Ecke hat eine neue Physiotherapiepraxis eröffnet. Da ich leider im Moment mit meinen Knochen im Zwiegespräch bin und mich dort behandeln lasse, kamen wir auf Sitzmatten aus Filz zu sprechen. Ich bekam den Auftrag, eine für die Praxis mit dem Praxislogo zu filzen. Anhand der Visitenkarte habe ich das Logo vergrößert und konnte nun erlerntes Herangehen mal wieder unter Beweis stellen.



Ich finde, dass Ergebnis kann sich sehen lassen!

Donnerstag, 17. März 2011

Tag 1


man sieht deutlich beide Saugstellen
Nachdem die Blutegel gestern nach 1,5 Stunden endlich ihren Saugvorgang beendeten, konnte ich, ohne Egel, mit einem leichten Verband wieder nach Hause gehen. Am Besten entfernt man dann den Verband und lässt dem Blutströmchen seinen Lauf. Das geht verständlicherweise nur, wenn man sich setzt und den Arm ablegen kann. Sobald ich aber etwas tun musste, habe ich die Hand verbunden. Gegen 22:00 Uhr blutete nur noch eine Bissstelle leicht.
Heute Morgen dann konnte ich alles entfernen und lasse nun Luft an den Arm. Die Stellen sind mit einem kleinen Bluterguß und einer leichten Rötung sonst reizlos. Ein leichtes Jucken stellt sich ein, ist aber ganz normal und gut zu ertragen. Ich habe schon heute eine Schmerzerleichterung.
Nun etwas Fachwissen: "Die Hyaluronidase im Blutegelspeichel spielt eine Rolle bei der Verdauung von Hyaluronsäure und öffnet damit in den Interstitien als "spreading- factor" den Weg für die nachfolgenden Substanzen und deren tieferer Wirkung. Darüber hinaus wurde eine antibiotische Wirkung von Hyaluronidase nachgewiesen!"
siehe "Blutegeltherapie" von Michalsen/ Roth, 2006 - (gebe ich mal lieber an, will ja nicht wie unser alter Verteidigungsminister als Plagiatorin dastehen.)
Einsatzmöglichkeiten gibt es viele. Diese hier auf zu führen wäre möglich, leichter aber ist der Verweis zur Internetseite von Elke Vossen. Dort könnt Ihr alles nachlesen.
Ich hoffe, alle Fragen soweit beantwortet zu haben und werde Euch weiter auf dem Laufenden halten. Ich finde diese Heilmethode so umwerfend, dass ich gern dafür Werbung mache.

Mittwoch, 16. März 2011

Blutegel

Seit Monaten quäle ich mich mit Schmerzen im linken Handgelenk. Eine Möglichkeit der Therapie ist eine der ältesten Heilmethoden der Welt: die Blutegeltherapie. Meine Heilpraktikerin Elke Vossen hat auf diesem Gebiet schon sehr viel Erfahrung gesammelt, und ich selbst habe vor ca. 2 Jahren zum ersten Mal die Egel am Knie angewandt. Meine positive Erinnerung, der umwerfende, noch immer anhaltende Erfolg machte mir die Entscheidung leicht.
"Der Blutegel ist,..., kein "Wurm". Denn diese Bezeichnung wird in der Zoologie nicht mehr verwendet. Nun gehört der Egel aber in der deutschen Nomenklatur zu den "Ringelwürmern", ein naher Verwandter von ihm ist der Regenwurm. So hat sich der Terminus "Wurm" doch erhalten, wenn auch nicht differenziert. Dieser Begriff ist zudem anschaulich, denn "Wurm" bedeutet lt. Duden auch der "Sichwindende"."Also, wenn`s losgeht setzt man den Egel auf, dort wo es am Meisten schmerzt. Der Biss ist vergleichbar mit vielen kleinen Nadelstichen, jedoch fast nur oberflächlich spürbar. Im hinteren Teil sitzt ein Saugnapf, mit welchen er sich an der Haut festhält. Während der Saugphase wird das Blut in rhythmischen Kontraktionswellen nach hinten in den Magen verschoben. Diese Phase kann zwischen 20 -90min lang sein. Ist der Blutegel satt, zeigt er eine deutliche Dehnung und Glättung seiner Oberfläche.
Die folgende Nachblutung kann bis zu 12 Stunden dauern. Das langsame Auströmen des Blutes ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie.
Die wichtigste Substanz die der Egel mit seinem Speichel abgibt heißt Hirudin. Dieses hemmt die Blutgerinnung durch Bindung an Thrombin.
Nach zu lesen im Buch "Blutegeltherapie" von Michalsen/ Roth 2006

unmittelbar nach dem Andocken

schon gut gefüllt

ein Egel ist bereits ab, deshalb die Blutung

Beide Egel nach getaner Arbeit

Im übrigen werden diese Egel nun auf schonende Art und Weise entsorgt!!!